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TAZOURI   N  TAMMAZLA
DIE KUNST DES KAMPFES


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Über die uralten Kampfkünste Afrikas

Selbstverteidigungs-und Kampfsysteme gibt es, seit Menschen auf der Erde leben, die ihre Probleme durch die Anwendung von Gewalt zu lösen versuchten.
Der Selbsterhaltungstrieb des Menschen und der Wille, kriegerische Auseinandersetzungen oder Überfälle zu überstehen bzw. dabei siegreich zu bleiben, führte bei vielen Völkern der Erde zur Entwicklung eigener Kampfkünste, welche nicht nur zur Verteidigung genutzt wurden.
Durch Weiterentwicklung der Waffen im Krieg wandelten sich manche Kampfkünste zu Körperertüchtigungssystemen oder Bewegungskulturen bzw. zum Kampfkunst.
Viele alte Kampfkünste gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit, andere hingegen wurden über Jahrhunderte weiterbetrieben und weiterentwickelt, so auch Ringkampf und Ju-Jutsu.
Da auch afrikanische, vor allem nordafrikanische Kampfkünste im laufe der Zeit  in Vergessenheit gerieten, wurde Tammazla bzw. Tazouri n Tammazla entwickelt, um die alten nordafrikanische Kampfkünste wieder zu neuem Leben zu erwecken.

In Ägypten pflegte man schon vor über 4000 Jahren eine ganze Reihe von Kampfkünsten. Man fand in den Gräbern eine Vielzahl von Reliefs und Friesen mit Kampfkunstdarstellungen, Stierkampfbildern und Szenen von Nilpferd- und Vogeljagd.
Ein kurzer Querschnitt durch die afrikanische Geschichte zeigt, dass im südlichen Nubagebirge, die Masakin-Qisarstämme auch heute noch Ringkampf praktizieren. Ringkampf bedeutet für die Nubastämme viel mehr als Sport. Er ist der Ausdruck der Tugend, die den Stamm der Nuba so auszeichnen.
Ringkämpfer schmücken sich mit Perlen, Asche, Fellschmuck und Kalebasen, die die Ringkämpfer meist rückwärts an ihren Gürtel anbinden.
Sieger ist, wer den Gegner auf den Rücken legt. Der Sieger enthält als Preis einen Zweig, aus dem durch Verbrennen die weiße Asche gewonnen wird. Diese Asche hat, eine kultische Bedeutung, sie verleiht Kraft und Gesundheit.


Nubische Ringer Heute,Kampf zwischen 
Korongo- und Masakinnuba Kämpfer


Ebenso tauchte bereits 1500 v. Chr. das Stockfechten in Ägypten auf, etwa 1000 Jahre später das Bambusstockfechten auch in Asien, im fernen Japan. Zu dieser Zeit schlug man sich auch in China im freundschaftlichen Wettkampf mit der Balkenwaffe.
Noch heute betreiben die Fellahen das Stockfechten „ NEBBUT“. Bei dieser sehr beweglichen Fechtkunst, die auch im übrigen Nordafrika und im arabischen Raum verbreitet ist, wird auf sicheres Parieren besonderer Wert gelegt.
Auch die Tuaregs (Wüsten Samurai) führen bis in die Gegenwart rituelle Schwertkämpfe aus.
Nach dem Auszug aus Ägypten betrieben auch die Israeliten (seit ca. 1500 v.Chr.) Verteidigungskünste, worauf Textstellen in der Bibel hinweisen. Der Gebrauch der Steinschleuder war weit verbreitet- David´s Sieg über Goliath wurde zum Symbol.
Am Hof des Königs Salamon sollen Wettkämpfe im Ringen ausgetragen worden sein.
In neuerer Zeit entstand in Israel das realistische Selbstverteidigungssystem „KRAV-MAGA“ (Kontaktkampf), das bei der Armee und Polizei gelehrt wird.

Das brasilianische Selbstverteidigungssystem „CAPOEIRA“. Die Techniken wurden 1530 von Sklaven aus Angola nach Brasilien gebracht. Also eine afrikanische  Kampfkunst.  Immer wieder entkommen Sklaven in den Dschungel und richteten in versteckte Orte freie Gemeinschaften (Quilombos) ein. Sie überfielen Plantagen was die Kolonialherren veranlasste, militärische Expeditionen zu entsenden. Dies war der Anlass zu Gründung des Capoeira. 1707 wurde Capoeira verboten. Doch die Sklaven übten es trotzdem weiter, und um unentdeckt zu bleiben, verschlüsselten sie seine Techniken in einemm rituellen Tanz. 1932 wurde Capoeira zum ersten Mal von Meister BIMBA in Regionalzentrum für Körperkultur in Bahia unterrichtet. 1937 wurde es offiziell anerkannt.   

Da im Gegensatz zu den asiatischen Künsten in Afrika kaum schriftliche Überlieferungen zu finden sind, sind wir in der Erforschung der afrikanischen Antike auf bildliche Darstellungen und musikalische Geschichtserzählungen angewiesen. Gerade die Masiren entwickelten mit ihrer eigenwilligen Folklore eine faszinierende Art der Überlieferung, die oft auch zur Kriegsvorbereitung bzw. zur Siegesfeier eingesetzt wurden. Selbst heute noch kann man bei Folkloretänzen die Miteinbeziehung von Waffen in die Tänze beobachten.




( lievre v. 1987, Bild n. 5 )                            (Bates O. 1914, p155, fig 63)
Berberkrieger führen  Stocktechniken vor, diese Techniken sind heutzutage ein Tanz
bei den Nomaden in Nordafrika, wie bei den libyschen Berber aus Tamanghasset 

Ouled Sidi Ahmad Ou Moussa waren Krieger sie gehören zu der umherziehenden Bruderschaft der Sidi Ahmad Ou Moussa, Brüder vom Heiligtum von Tazeroualt, einer Ortschaft, die sich im Anti-Atlas befindet. Im Ursprung gehen die jungen Leute ganz in ihren Übungen auf, um sich auf das Erwachsenenalter vorzubereiten, um Teil zu werden der Bruderschaft der Bogenschützen und Jäger. Mit dem Verschwinden dieser kriegerischen Initiationsriten, wurde die Akrobatik um ihrer selbst willen kultiviert und wurde zum Broterwerb. Die Ouled Sidi Ahmad Ou Moussa eroberten sehr schnell und geschickt die Zirkusse von Europa und Übersee. Die Kostüme sind von kräftiger Farbe, oft bestickt, haben sich im Lauf der Jahrhunderte kaum verändert. ..........(weitere informationen im Buch Tazouri n Tammazla von Reinhold Bürgin und Hassan Elouimi )

Die Geschichte der Masiren (Berber)

Die Masiren wurden von den frühen Kolonialherren Nordafrikas "Berber" genannt. Der Name stammt vom griechischen "barbaroi". Barbaren waren für die Griechen alle, die nicht Griechisch, sondern für die Griechen unverständliche Sprachen benutzten. Die Römer dachten ähnlich ("barbarus"). Selbst die Araber übernahmen die Bezeichnung "Barber". Die Masiren selbst nennen sich "Imazighen" ("freie Menschen"). "Imazighen" ist die männliche Mehrzahlform, die weibliche Entsprechung ist "Timazighin". Die Sprache der Masiren heißt "Tamazight".
" Die Berber/Imasiren waren immer ein starkes , furchterregendes , braves , zahlreiches Volk ; ein wahres Volk wie die Araber , die Perser , die Griechen und Römer . Sie schneiden die Haare kurz, tragen Burnoss und essen Kusskuss " Ibn Khaldoun
Die Masiren und die Alten Ägypter
Die frühesten Zeugnisse über die Masiren stammen von den Alten Ägyptern. Die östlichste Fraktion der Masiren waren ihre unmittelbaren Nachbarn. Sie wurden von den Ägyptern “Libyer” genannt. Als die Austrocknung der Sahara stetig voranschritt, verließen zahlreiche Libyer um 2300 v. Chr., von Südwesten kommend, ihre angestammte Heimat und ließen sich im westlichen Nildelta und in der Seelandschaft Fayyum nieder. Sie waren auf der Suche nach fruchtbaren Böden fündig geworden. Von Hunger getrieben rannten um 1210 v. Chr. weitere libysche Stämme gegen die Grenzen des Alten Ägyptens an und wurden unter dem Pharao Merenptah abgewehrt. Die Verbündeten der Libyer waren sogenannte “Seevölker”. Diese Völker waren mehrheitlich indogermanische Stämme von den Küsten Italiens, Griechenlands und Kleinasiens. Die Einzelheiten von Merenpthas Sieg sind in einer Inschrift im Tempel von Karnak festgehalten.

Zu Zeiten des Pharao Ramses III. (ungefähr 1182-1151 v. Chr.) schlossen sich den Libyern andere masirische Stämme an. Etwa zur gleichen Zeit waren von Norden her wieder die Seevölker eingefallen. Ramses III. machte diesem altertümlichen Zwei-Fronten-Krieg erfolgreich ein Ende. Er ließ unter seinen Gegnern ein gewaltiges Blutbad anrichten; er nahm ihre Frauen und Kinder “zu Zehntausenden” gefangen und beschlagnahmte ihr Vieh “zu Hunderttausenden”. Masiren, die mit ihrem Leben davonkamen, wurde auf die Haut der Name des Königs eingebrannt und wurden so zu seinen Sklaven. Inschriften im Palast von Medinet Habu erzählen von diesen Kämpfen. Damit waren die Libyer endgültig bezwungen worden. Masiren fanden jedoch weiterhin Aufnahme im Reich der Alten Ägypter. Viele von ihnen dienten im ägyptischen Heer.

Etwa 945 v. Chr. bestieg ein Masire namens Scheschonq den ägyptischen Thron und begründet die 22. Dynastie. Bis 724 v. Chr. sollten Dynastien libyscher Söldnerführer insgesamt neun Könige Ägyptens stellen. Sie hießen meist Scheschonq, Osorkon oder Takelothis und erscheinen total als Ägypter; sie unterscheiden sich in nichts von den angestammten Pharaonen. Mit der Übernahme der Macht durch libysche Söldnerführer zerfiel das Reich und löste sich schließlich auf. Nacheinander wurde Ägypten dann von den Äthiopiern und Assyrern erobert. 664 v. Chr. befreite der libysche Fürst Psammetich I. das Land, führte es wieder zusammen und brachte es zur Blüte........( weitere Informationen Über Masiren finden sie im Buch Tazouri n Tammazla von Reinhlod Bürgin und Hassan Elouimi)

Kriegskunst Austausch zwischen Masiren, Ägypter, Nubier und Asiaten

Ägypten stellte in der Antikezeit eine Verbindung zwischen Afrika, Asien und die Seevölker.  
Ägypten erstreckt sich über den Norden Afrikas vom Mittelmeer bis Nubien zwischen dem 31. und dem 24. nördlichen Breitengrad. Sein heutiges Relief entstand, als sich das Meer im Eozän zurückzog. Ägypten besteht aus zwei großen Gebirgsebnen: der Libyschen Wüste im Westen, die zu Nil hin stark abfällt, und der Arabischen Wüste im Osten, die bis zu den Ufern des Roten Meers hin ansteigt.
Der Nil bot den Menschen reichlich Nahrung, zum anderen war die wüste auf beiden Seiten des Nils eine natürliche Barriere gegen potenzielle Angreifer. Trotz dieser natürlichen Barrieren gab es Kultureller Völkeraustausch. Durch Bewegungen der Libyer im Richtung der Nils, die asiatische Völker haben öfter versucht Ägypten zu besiedeln, was nur einmal geschah durch die Hyksos. Ist ein umstrittenes Thema in der ägyptischen Geschichte. Vermutlich waren die Hyksos asiatische Wüstennomaden. Sie suchten Land um sich auszuruhen. Anschließend nutzen sie die Schwäche  der Ägyptische Zentralregierung, um über die asiatische Grenze zum Nildelta zu gelangen, wo sie sich um ihre Hauptstadt Auaris (das heutige Tell ed-Daba) niederließen. Diese Einwanderer gründeten die 15. und 16. Dynastie (1663-1555 v.Chr.). Die Immigrationen andere Völker wurde Häufiger gab Kontakte mit den Hethiten, Nubier später kam die Invasionen der Seevölker gegen 12.Jh. v. Chr. Nicht vergessen die Ägypter waren Wissenschaftler. Sie führten mehrere Expeditionen nach Asien Europa und Nordafrika

Beweise dafür, dass die Nordafrikaner die ersten Ringkämpfe die ausgezeichnete Kampftechniken und ein überlegter Kampftechnikregelwerk beherrschten liefern uns bildliche Darstellungen des Ringsportkampfes, die Knaben beim Freistilringen zeigen. Diese Darstellung wurde im Grabe des Ptahlotes bei Sakkra in Ägypten gefunden und stammt aus der 5. Dynastie um ca. 2656 v.Ch.

Eine Anzahl von Ringkampfregeln galt sowohl in Griechenland als auch in Ägypten, und während der langen Geschichte dieser Staaten erfuhren sie natürlich bedeutende Veränderungen. Die Griechen haben uns mehr Informationen in dieser Hinsicht hinterlassen als Ägypter, aber auch von diesen sind eigene lebendige Spuren geblieben.
Eine Szene des Neuen Reiches ( Abb.     ) zeigt einen Ringer, der seinen Gegner in einen Würgegriff nimmt, und eine Begleitinschrift warnt: <<Nimm dich in Acht! Du bist in der Gegenwart Pharaos>>, was den Schluß nahe legt, dass der Kampfrichter den Ringer davon warnt, einen regelwidrigen Griff zu benutzen. Gerade dieser Würgegriff jedoch erscheint oft auf den Bildern von Beni Hasan, die  annährend neunhundert Jahre früher entstanden sind (Abb.  ). Er mag im 12. Jahrhundert regelwidrig gewesen sein, um 2000 v.Chr. war er es sicher nicht. ( weitere Informationen siehe das Buch Tazouri n Tammazla von Reinhold Bürgin und Hassan Elouimi)

Was ist Tazouri n Tammazla?

Was heisst es übersetzt?
Tazouri n Tammazla ist ein Begriff der Berbersprache Tamazight und bedeutet übersetzt: Die Kunst des Kampfes.
Es ist eine in Deutschland entwickelte, besondere Stilrichtung des Kampfes und eine neue Kampfsportart, die von ältesten Techniken unserer Geschichte abgeleitet wurden; diese uralte Techniken wurden schon vor 2500.v.Ch von den Masiren und Ägyptern praktiziert.

Tazouri n Tammazla ist eine neue moderne Form waffenloser Selbstverteidigung. Würfe, Hebel und Würge sind die Haupttechniken dieser Kampfkunst.

Es ist ein Weg, um Körperbeherrschung durch kontrollierte akrobatische Technik zu erlernen, sowie ein Weg um sich realistisch selbst zu verteidigen.

Bei Abwehrsituationen benutzt der Verteidiger verschiedene weiche kombinierte Schläge oder Tritte, um an den Angreifer heranzukommen und eine kontrollierte Haltetechnik durchführen zu können.

Im Tammazla wird die aggressive Kraft des Angreifers so geführt und umgelenkt, daß sie für die Technik des dynamischen Verteidigers nutzbar gemacht. Das Ziel des Tammazla besteht nicht darin, den Angreifer zu verletzen oder gar zu vernichten, sondern den Gegner so zu führen, daß er die Wirkung des von ihm vorgetragenen Angriffs selbst spürt und seine aggressiven Absichten aufgibt.
Im Idealfall versteht es der Verteidiger, dem Angreifer schon vor dem beabsichtigten Angriff durch eine entsprechende Ausstrahlung die Sinnlosigkeit seines Tuns zu vermitteln. Die Techniken vor allem die Hebeltechniken sind empfehlenswert für Polizei und Sicherheitsdienst.

Die Ausgangsposition zeigt eine geschmeidige Grundspannung in der Körperhaltung und Wachsamkeit/Aufmerksamkeit im Blick. Somit ist gewährleistet, dass der Verteidiger jederzeit bereit für einen Kampf ist, ohne diesen jedoch zu erwarten. Er kann sich aus seiner (inneren und äußeren!) Haltung heraus in jede beliebige Richtung bewegen.

Der Verteidiger steht mit aufrechtem Oberkörper,
die Arme hängen in einer leichten Grundspannung seitlich neben dem Körper,
die Hände sind geöffnet bei nahezu gestreckten Fingern,
die Handflächen sind dem Körper-also nach innen- zugewandt,
die Beine sind schulterbreit auseinander und parallel,
beide Füße auf dem Boden mit den Fußspitzen leicht nach außen,
die Knie sind leicht gebeugt,
das Körpergewicht ruht gleichmäßig auf beiden Füßen mit Tendenz zum Vorfuß,
der Kopf ist aufrecht und der Blick geradeaus gerichtet.

Gürtelfarben und ihre Bedeutungen

Schülergrad (1. bis 3. Grad)©

Gelbgurt:
Du bist mitten in der Wüste, du findest keinen Weg.
Du brauchst Geduld, du brauchst die Erfahrungen deines Lehrers.
Es ist heiß, die Sonne brennt, überall goldgelber Sand.
Es ist ruhig und still.
Du fühlst dich einsam, aber das bist du nicht.
Irgendwann erinnerst du dich an die Ratschläge und das Wissen deines Lehrers,
daran, was du von ihm gelernt hast. Du entscheidest dich für den richtigen Weg.

Grüngurt:
Du läufst einsam über eine große Sanddüne und entdeckst eine Oase, alles ist grün und voller Leben.
Du spürst, dass du frei und bereit bist für weitere Wege.
Du hast Zeit nachzudenken und deine eigenen Vorstellungen zu entwickeln.

Braungurt:
Du weißt jetzt, warum die Oase voller Leben ist.
Die Erde, das Wasser und die Geduld lassen die Pflanzen wachsen.
Indem du weiter geduldig aussäst und wartest wird die Oase größer.
Und dein Lehrer ist immer noch an deiner Seite.

Grad des Wissens ( 1. bis 5. Grad)

Schwarzgurt
Es ist Zeit, dein wissen außerhalb der Oase weiterzugeben.
Du gehst ein Weg, der in vier moderne Strassen führt:

  1. Die Strasse zu Erneuerung (1. Grad)
  2. Die Strasse um zu vermitteln (2. Grad)
  3. Die Strasse zu lehren und lernen (3. Grad)
  4. Die Strasse zu weiterentwickeln (4. Grad)
  5. Die Strasse des Friedens (5. Grad)

Grad der Reife ( 6. bis 10. Grad)

Rotgurt:
Du hast es endlich geschafft, du kehrst zurück in die Wüste. Du kannst jetzt die Ruhe und die Stille der Wüste genießen, fürchtest nicht mehr die Einsamkeit.
Du hast dein enormes Wissen dabei.
Du genießt die Sonnenuntergänge und willst auch nicht die roten Sonnenaufgänge verpassen.

Prüfungsordnung Tazouri n Tammazla

Pruefungsprogramm TAZOURI N TAMMAZLA

Tazouri n Tammazla als Wettkampf und dessen Regeln

Tazouri n Tamazzla wird in verschiedenen Wettkampfformen ausgeübt:

a)Partner-Selbstverteidigung:

Der Mattenkampfrichter lost 10 Techniken, die von den fünf Kampfrichtern bestimmt werden (jeder Kampfrichter bestimmt zwei Angriffe). Der Mattenkampfrichter gibt den Angriff dem Kämpferpaar kurz vor Beginn der Technik bekannt. Und soll eine Verteidigungstechnik freier Wahl durchführen. Zwischen jedem Angriff erholt und konzentriert sich der Verteidiger während 15 Sekunden. Die Angriffe finden mit und ohne Kontakt statt. Das folgende Wettkampfpaar macht die gleichen Techniken in einer anderen Reihenfolge.

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Das Kampfgericht besteht aus 5 Kampfrichtern, die je nach Effektivität, Haltung, Schnelligkeit, Kontrolle und Realitätsbezogenheit, wird die beste Mannschaft qualifiziert.

Angriffsmöglichkeiten bei Partner-Selbsverteidigung (Erwachsene)

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Angriffsmöglichkeiten bei Partner - Selbsverteidigung (Kinder bis 12)

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b) Show Form (Duo):

Jeweils zwei Kämpferpaare treten gegeneinander an, wobei nach der Begrüßung der Kampfrichter ein Wettkampfpaar auf der Matte bleibt, das andere am Rand kniend sitzt und bei der Demonstration zusehen darf. Es werden selbst entwickelte Techniken vorgeführt, die die Kampfrichter bewerten. Auch hier werden Punkte von 6,0 bis 9,9 vergeben.

Die Kampfrichter bewerten nach Schwierigkeit der gezeigten Form, Sauberkeit der Ausführung, Präzision in den Techniken, Atmung, Disziplin, Timing, Spannung, Geschwindigkeit und Körperbeherrschung. Die Demonstration muss mindestens 5 Tammazlatechniken enthalten, sonst gilt die betroffene Mannschaft als disqualifiziert. Die ersten 5 besten Mannschaften sind für die Finale qualifiziert und sollen Ihre Demonstration wieder vorführen.

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Die Wettkampffläche muss 8 x 8 m betragen. Es dürfen keine pyrotechnischen oder verbotenen Gegenstände gemäß Waffengesetz sowie Feuereffekte verwendet werden. Auch andere Mittel und Gegenstände, welche die Mattenfläche oder Halle beinträchtigen können, dürfen nicht eingesetzt werden. Die Vorführung muss mindestens 2 und darf maximal 3 Minuten dauern.

c) das Stockfechten:

Stockfechten ist seit der frühen Antike bis auf den heutigen Tag ein verbreiteter und beliebter Sport. Obwohl es nie eine offizielle Disziplin bei den griechischen Festspielen war, hielt zumindest Alexander der Grosse Wettbewerbe im Stockfechten für empfehlenswerter als solche in den traditionellen Kampfsportarten. Mit besonderer Begeisterung betrieben die Ägypter diesen Sport. Es gab offizielle Wettkämpfe, und oft sind auf ihren Kunstwerken große Zuschauermengen abgebildet, die die Kämpfer beobachten.
Die früheste bildliche Darstellung des Stockfechtens erscheint auf einem Grabmal aus der Mitte des 14. jahrhundert v. Ch in El Amarna. Der Kampf findet dort neben Darbietungen anderer Kampfdisziplinen in Gegenwart des Pharao statt. In ähnlicher Weise zeigt ein Grabrelief derselben Epoche aus dem ägyptischen Theben Stockkämpfer, die neben Boxern bei einer Staatsfeierlichkeit vor dem Pharao auftreten. Interessanterweise scheinen die Kämpfer hier dicke Papyrusstengel als Waffen zu benutzen. Ein Jahrhundert später treffen wir auf Stockkämpfer, die in hochentwickelter Ausrüstung vor Ramses III. agieren. Einige tragen einen Schild am linken Arm, und jeder hält in der rechten Hand einen Stock, der am schlagende mit einem Knauf und am entgegengesetzten Ende für einen festen Halt mit einer Schlaufe versehen ist. Ein Kinnriemen bietet dem Gesicht weiteren Schutz. Andere ägyptische Abbildungen zeigen Kämpfer, die in jeder Hand einen Stock schwingen. Es bleibt leider unklar, wie der Sieger ermittelt wurde, aber die hieroglyphischen Bildunterschriften auf dem thebanischen Grab halten nur die „Treffer“fest. Vielleicht gab es ein Punktesystem.
Das Stockfechten war neben dem Ringen eine beliebte Kampfsportart. Im Grab des Tutanchamun fand man 1 m lange Stöcke. Abbildungen lassen uns den Ablauf ungefähr rekonstruieren. Vor dem Kampf verneigten sich die Fechter vor dem Publikum. Bevor der Kampf losging kreuzten die Gegner noch mal die Waffen bis schließlich der Schlagabtausch begann.

Ostrakon mit Stockfechtern, Deir el-Medinah, 20. Dynastie



Stockkampftraining für Kinder

KAMPFMODUS:

  • Der Wettkampf wird im PUNKT STOP Verfahren durchgeführt.
  • Gewonnen hat, wer nach Ende der Kampfzeit, nach Abzug der Minuspunkte, die meisten Punkte erzielt hat.
  • Gewonnen durch technisches K. O. hat, wer – ohne die Minuspunkte zu berücksichtigen – 5 Punkte Vorsprung hat.
  • Der Wettkampf wird bei jeder Wertung POSITIV oder NEGATIV unterbrochen. Die Unterbrechung erfolgt auf Veranlassung des Kampfleiters. Die Seitenrichter zeigen dem Kampfleiter durch Zusammenschlagen der Anzeigekellen eine Wertung an. Das Anzeigen der Wertung erfolgt durch die Seitenrichter gemäß.
  • Der Kampfleiter spricht unter Berücksichtigung seiner eigenen Stimme nach dem Majoritätsprinzip die Wertung aus und lässt diese auf der Anzeigetafel anzeigen.
  • Die Wettkampffläche muss 8 x 8 m betragen. Jeder Kämpfer trägt zwei 65 cm lange Stöcke, ein Stock für die Abwehr andere um punkte zu zielen. Vor dem Kampf verneigen sich die Stockkämpfer vor dem Tischkampfrichter und verbeugen sich voreinander. Bevor der Kampf losgeht kreuzen die Gegner die Stöcke bis schließlich der Kampfrichter das Kommando „ Kämpft“ sagt.

KAMPFZEIT:

  • Die Kampfzeit beträgt 2 Minuten. Bei unentschieden nach der regulären Kampfzeit 1 Minute Verlängerung. Nach Verlängerung entscheidet die erste Wertung.

WETTKAMPFSYSTEM:
Einzel:

  • Der Wettkampf wird im K. O.- System mit Trostrunde durchgeführt. In die Trostrunde kommt wer seinen ersten Kampf verloren hat. Wer seinen zweiten Kampf verliert scheidet aus. In der Trostrunde wird um die Plätze 3 und 4 gekämpft.
Mannschaft:
  • Der Sieger der Gewichtsklasse erzielt 2 Punkte für die Wertung. Der Verlierer erhält 0 Punkte
  • Bei Unentschieden erzielt jeder Kämpfer 1 Punkt. Bei Unentschieden in der Mannschaftswertung stellt jede Mannschaft unabhängig von der Gewichtsklasse einen Kämpfer für den Entscheidungskampf. Der Entscheidungskampf wird nach den zeitlichen Regeln des Einzelkampfes durchgeführt.
Erforderliche Kampfausrüstung:
  • 2 gepolsterte Stöcke à 65 cm
  • geeigneter Helm (Gesichts- Kinn- und Kopfschutz)
  • gepolsterte Handschützer
  • Tiefschutz wird empfohlen
  • Für Frauen Brustschutz (Pflicht)
  • Ellenbogen-, Unterarm-, Knie- und Unterschenkelschutz wird empfohlen
  • Kampfsportanzug bzw. Hose/ T-Shirt (kein Hakama)
  • bei Nichtbeachten der erforderlichen Ausrüstung gibt es Disqualifikation
Abmahnung:
  • bei Passivität
  • bei Diskutieren mit dem Kampfrichter
  • bei Provozieren des Gegners
  • bei starken Schlägen
  • bei Schlägen auf den Rücken
  • dem Gegner den Rücken zeigen
Punktabzüge:
  • bei unzureichender Kampfausrüstung
  • bei 2x Abmahnung
  • bei wiederholter Passivität
  • bei starken Schlägen
  • bei Schlägen auf den Rücken
  • dem Gegner den Rücken zeigen
  • bei unerlaubten Schlägen (Faust, Tritt)
  • bei Tritten in Kopfhöhe
Disqualifikation:
  • bei unpünktlichem Erscheinen auf der Kampffläche (max. 1 min. Verspätung ist erlaubt)
  • bei fehlender Kampfausrüstung
  • beim Tragen von unkorrekter Kampfausrüstung (es dürfen nur Kampfsportanzüge des eigenes Stils getragen werden bzw. Hose/ T-Shirt mit eigenem Vereinslogo bzw. eigenem Vereinssponsor!)
  • bei starkem unsportlichen Verhalten dem Gegner gegenüber (z.B. Jubeln, wenn der Gegner sich wehgetan hat)
  • bei respektlosem Verhalten dem Gegner und dem Kampfrichter gegenüber (z.b. keine Begrüßung)
  • bei wiederholter Diskussion mit dem Kampfrichter
  • bei Falschangaben (z.B. Geburtsdatum, Gewicht etc.)

d)Wurfholz:

Der Gebrauch des Wurfholzes ist seit der Jungsteinzeit (ab ca. 5000 v.Chr.)durch Felsmalereien belegt. Funde aus dieser Zeit sind schwer als Einzelnachweise tauglich, da Holzgeräte durch Jahrtausende nur schwer zu erhalten sind. In erster Linie war das Wurfholz eine Jagdwaffe (Fernwaffe, Flugwaffe) zum Jagen von Hasen und Flugwild sowie anderem Kleintier. Die Verwendung als Kampfwaffe spielte eine untergeordnete Rolle.
Es verlor seinen Charakter als Kampfwaffe, sobald die Kultur eine höhere Entwicklungsstufe erreichte. Das Wurfholz entwickelte sich an mehreren Stellen der Erde unabhängig voneinander.
In Nordafrika ist kontinuierlicher Gebrauch des Wurfholzes schon vor 5000 v. Ch. nachweisbar. Das Wurfholz war ein charakteristisches Element der alten Steppenjägerkultur. Nach Einführung des Eisens (ca. 600 v. Chr.) Entwicklung zum Wurfmesser. Im Marokko Vorkommen als Spiel- und Schmuckstück mit reichen Verzierungen. Wurde auch als Kriegswaffe (Wurf- und Schlagwaffe) verwendet.

Lexikon des alten Ägypten von Shaw / Nicholson

Quellen:

- Lexikon des alten Ägypten von Show/Nicholson
-  Die Nuba von Leni Riefentahl
- Auf den Spuren versunkener Reiche von Lingen
- Les premièrs berbères  entre mèditerranée, tassili et nil von Malika Hachid
- Die letzten Karawanen in der Sahara von Hans Ritter
- Das Kampfsport Lexikon von Aikido bis Zen von Wolfgang Weinman
- Ju Jutsu Wörterbuch von Herbert Velte
- Kampfsport in der Antike- das Spiel um leben und Tod von Michael B. Poliakoff
- Das Lexikon der Kampfkünste von Werner Lind
- Encyclopedie des arts martiaux von Gabrielle u. Roland Habersetzer
- Taziri 1/93,S. 27-34
- Hartmut Buchholz: ''Senegal, Gambia'' Du Mont, Köln 1998
- Rosel Jahn: ''Gambia : Reiseführer mit Landeskunde ; mit einem Reiseatlas'' Mai,   Dreieich 1997
- Tazouri n Tammazla  Masiren Kampfkunst aus Nordafrika von Reinhold bürgin


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